Mediations- & Anwaltskanzlei Dr. Karpienski
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Mediation im Familienrecht

Trennung und Scheidung - emotional sehr belastende Situationen

Nicht nur für die Eheleute, sondern auch oft für Kinder gehen eine Trennung und Scheidung oft mit enormen Belastungen einher. Trennung und Scheidung sind in der Regel mit weiteren emotionalen Themen verbunden, wie beispielsweise Unterhalt - Sorgerecht - Umgangsrecht. Lösungen im Streit sind kaum zukunftsorientiert möglich. Eine Mediation kann ein Ausweg sein, denn nur Lösungen, die auf selbst entwickelte einvernehmliche Einigung beruhen und dabei die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen, können Bestand haben. Mediation, ein Weg weg von Positionen („Ich will ....“) hin zu auf Interessen der Beteiligten beruhenden Lösungen. Gesprächsbereitschaft, Ergebnisoffenheit und Fairness sind Voraussetzung für eine solche Mediation. Erfüllen Sie diese Voraussetzungen ist eines sicher: Eine Mediation kann Ihnen langjähriges Prozessieren, viel Geld und nicht zuletzt Nerven sparen. Mediation kann auch allen Beteiligten ein gutes Gefühl geben. 

Was kann eigentlich Gegenstand einer Scheidungsmediation sein?

Gegenstand einer Scheidungsmediation können alle Fragen sein, die mit einer Scheidung einhergehen:

  • Ehegattenunterhalt
  • Kindesunterhalt
  • Zugewinnausgleich
  • Vermögensteilung
  • Umgangsrecht
  • Sorgerecht
  • Ehewohnung
  • Hausrat

Prinzipien einer Mediation

  • 1. Freiwilligkeit Alle Beteiligten müssen das Verfahren wollen und an der Mediation mitarbeiten. Jeder hat die Freiheit, die Mediation jederzeit abzubrechen.
  • 2. Selbstverantwortlichkeit Die Parteien sind für den Inhalt und Lösung des Mediationsverfahrens selbst verantwortlich. Der Mediator begleitet die Parteien durch die Mediation durch eine besondere Verfahrensgestaltung.
  • 3. Ergebnisoffenheit Eine Mediation macht nur Sinn, wenn alle Beteiligten sich bereit erklären, absolut offen in die Mediation zu gehen.
  • 4. Neutralität und Allparteilichkeit des Mediators Der Mediator führt durch das Verfahren durch eine besondere Gesprächstechnik. Er leitet das Verfahren, hat aber keinerlei Entscheidungskompetenz. Er setzt sich dafür ein, dass die Parteien ihre Interessen deutlich machen können unabhängig von etwaigen rechtlichen Anspruchsgrundlagen und dahinterstehenden Positionen. Der Mediator kann niemals Zeuge für spätere Behauptungen in einem späteren Rechtsstreit sein.
  • Informiertheit Voraussetzung für eine Entscheidungsfindung ist eine umfassende Informiertheit und Zugang zu allen streitrelevanten Informationen für alle Beteiligten.

Wie läuft eine Mediation im Familienrecht ab?

1. Erstgespräch mit dem Mediator

Information über Inhalt, Ablauf, Ziel und Kosten einer Mediation.

Abschluss eines Mediationsvertrages, wenn Sie sich für eine Mediation entscheiden.

2. Klärung des Regelungsbedarfs

Sammlung der zu regelnden Konflikte mit schriftlicher Festlegung der Standpunkte

Bsp. Aufenthalt der Kinder, Umgang, Vermögens- und Schuldenaufteilung, Unterhalt, Zugewinn, Immobilien

3. Bearbeitung der einzelnen Konflikte

Jeweiligen Standpunkt erläutern, Wünsche, Bedürfnisse und Interessen

Der Mediator formuliert die Wünsche neutral und vorwurfsfrei und leistet „emotionsfreie Übersetzungsarbeit“

4. Lösungsideen und Entscheidung für Lösungen

Lösungsvorschläge werden zunächst wertungsfrei gesammelt - alles ist erst einmal erlaubt.

Die Ehegatten bewerten und gewichten ihre Vorschläge und kommen zu einer einvernehmlichen Lösung

5. Scheidungsmediationsvereinbarung

Verschriftlichung der erarbeiteten Lösung in einer Mediationsvereinbarung.

Notariellen Trennungs- und Scheidungsvereinbarung, ggf. gerichtliche Protokollierung der Mediationsvereinbarung, wobei bei letzterer eine anwaltliche Vertretung erforderlich ist.

BESONDERHEITEN

Eine Mediation ist mit und ohne zusätzlichen anwaltlichen Rat möglich. Zudem können sich die Ehepartner jeweils von ihrem Anwalt vor Unterzeichnung der Mediationsvereinbarung beraten lassen.

Ein ruhend gestelltes Gerichtsverfahren wird nach scheitern einer Mediation fortgesetzt.

Kosten einer familienrechtlichen Mediation

  • In der Regel wird ein Stundensatz zwischen 150 und 280 € inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer vereinbart. 
  • Der Zeitaufwand beträgt in der Regel zwischen 8 und 12 Stunden. 
  • Sie können daher mit Kosten zwischen 1.200 und 3.360 € rechnen, inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer.
  • Die Notargebühren für eine Trennungs- und Scheidungsvereinbarung müssen Sie hinzurechnen. 
  • Die Parteien tragen jeweils 50 % der Kosten. 
  • Ggf. tritt eine Rechtsschutzversicherung ein, was Sie abklären könnten.